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Ellert Nijenhuis, PhD: Grundkurs Enaktive Traumatherapie / ehemals: Diagnose und Behandlung von chronischen traumabezogenen Dissoziationen der Persönlichkeit

Beginn:
8. Sep 2022, 09:00
Ende:
21. Jan 2023, 16:30
Anmelde​schluss:
7. Sep 2022, 09:00
Kurs-Nr.:
W 80
Preis:
1680,00 EUR
Ort:
Datum Beginn Ende Dauer Raum
8. Sep 202209:0016:30
9. Sep 202209:0016:30
10. Sep 202209:0009:30
25. Nov 202209:0016:30
26. Nov 202209:0016:30
19. Jan 202309:0016:30
20. Jan 202309:0016:30
21. Jan 202309:0016:30

Beschreibung

Inhalte der Weiterbildung

Wichtig: Dies ist das gleiche Weiterbildungsformat, welches bislang unter dem Titel: "Diagnose und Behandlung von chronischen traumabezogenen Dissoziationen der Persönlichkeit" angeboten wurde.

Enaktive Traumatherapie ist eine Methode für die Behandlung von chronischen traumabezogenen Dissoziationen der Persönlichkeit und basiert auf der Theorie der Strukturellen Dissoziation.

Enaktive Traumatherapie wird durch den enaktiven Ansatz in Philosophie, Psychologie und Biologie beeinflusst. Im Hinblick auf diesen Ansatz sind traumatisierte Personen (1), wie jeder andere auch, im Wesentlichen in ihre Umgebung verkörpert und eingebettet  (2) zielorientierte menschliche Organismus-Umwelt-Systeme, die in erster Linie bestrebt sind, ihre Existenz zu erhalten; (3) ursprüngliche affektive Systeme, die darauf ausgerichtet sind, Dinge zu verstehen; (4) sich als ein mentales und phänomenales Ich, eine Welt und ein Ich-als-Teil-von-dieser-Welt hervorbringen, und (5) primär Wissen auf der Grundlage ihrer zielgerichteten sensomotorischen und affektiv aufgeladenen Aktionen erwerben.
Wie für jede Form des Lebens ist diese Inkraftsetzung das gemeinsame Ergebnis von Merkmalen des lebenden Organismus (Individuums) und Merkmalen der Welt.

In diesem Licht ist ein Trauma eine Verletzung eines gesamten menschlichen Organismus-Umwelt-Systems. Ihr Kern ist die mangelnde Integration verschiedener dynamischer Sehnsüchte und Bestrebungen: derjenigen, die die Sehnsucht danach haben, ein alltägliches Leben zu leben und vermeintliche Bedrohung zu vermeiden (insbesondere traumatische Erinnerungen), und solche, die die Sehnsucht danach haben, Integrität des Körpers zu verteidigen.
Bei dissoziativen Störungen nehmen diese Modi die Form von zwei oder mehr bewussten und selbstbewussten dissoziativen Subsystemen an, die ihr eigenes mentales und phänomenales Selbst, die Welt und das Selbst als Teil dieser Welt darstellen. Diese Subsysteme können als dissoziative Teile der Persönlichkeit des/der Patient*in bezeichnet werden, da "Persönlichkeit" als Organismus-Umwelt-System verstanden wird.

Eine Dreiheit von prototypischen dissoziativen Teilen kann unterschieden werden: Offensichtlich normale Teile der Persönlichkeit (ANP), die sich im täglichen Leben bewegen und sich bemühen, den Alltag zu navigieren und dabei traumatische Erinnerungen und emotionale Teile der Persönlichkeit (EP) zu vermeiden. In traumatischen Erinnerungen sind fragile Emotional Parts (EP`s) vor allem bestrebt, ihre Existenz angesichts der großen Bedrohung durch die Abwehraktionen von Säugetieren (z. B. Flucht, Einfrieren, Totstellen) zu bewahren. Kontrollierende Emotionale Teile (EP`s) streben danach, Kraft und Macht auszuüben, um den unerträglichen Gefühlen der Ohnmacht zu entkommen.
In diesem Zusammenhang können sie die Täter bis zu einem gewissen Grad nachahmen.
Die verschiedenen dissoziativen Teile neigen dazu, zu fürchten, zu verachten und zu vermeiden, können sich aber auch gegenseitig stören. Abgesehen von Phobien traumatischer Erinnerungen und dissoziativer Teile entwickeln viele Personen, die von ihren Eltern und / oder anderen signifikanten anderen vernachlässigt, misshandelt oder missbraucht worden sind, Phobien der Bindung und des Bindungsverlusts. Infolgedessen werden traumatische Erlebnisse und Erinnerungen sowie dissoziative Teile nicht integriert und bestehen als sensomotorische, affektiv aufgeladene Erfahrungen, die immer wieder nachgestellt werden.

Enaktive Traumatherapie ist das Bestreben, das integrative Defizit zu korrigieren.
Es umfasst den/die Patient*in und den/die Therapeut*in als zwei Organismus-Umweltsysteme, die eine gemeinsame Welt mitgestalten und bestrebt sind, gemeinsame Ergebnisse zu erzielen. Zusammen erzeugen sie neue Handlungen und Bedeutungen. Ihre Zusammenarbeit und Kommunikation ähnelt dem Tanzen: Es braucht Tempo, Abstimmung, Timing, Sensibilität für Gleichgewicht, Bewegung und Rhythmus, Mut sowie die Fähigkeit und Bereitschaft, zu folgen und zu führen. Es geht um die Entwicklung von „Leidenschaften“ zu Handlungen und bewussten Aktionen. Der Einzelne engagiert sich mit Leidenschaften und erlebt Trauer, je mehr er*sie handelt, das heißt, von äußeren Ursachen beeinflusst wird. Je mehr die Patient*innen ihre eigenen Meister sind, desto mehr handeln sie und je mehr sie handeln, desto mehr erleben sie Freude.

Enaktive Traumatherapie ist dabei eine mitfühlende und engagierte Bemühung, das Bewusstsein auf Kommunikationsebenen zu bringen, die es erlauben, in für die Patient*innen machbaren Schritten, neue wohlwollende und heilende Erfahrungen entstehen zu lassen
Geführt von der Kraft und Macht der Aktionen und Handlungen des*der Patient*innen ist die Enaktive Traumatherapie bei komplexen und chronischen Traumatisierungen ein phasenorientierter Prozess, der körperorientierte Interventionen beinhaltet.
Grundsätzlich werden Körper und Geist als eine funktionale Einheit verstanden

Das Weiterbildungsformat

Erstes Modul
8.-10. September 2022

Das erste Modul führt die Teilnehmer*innen in die Enaktive Betrachtung und die Theorie der trauma-bezogenen Dissoziationen ein. Diese Ansätze unterstützen die Therapeut*innen, die häufigsten Symptome einer Komplexen Traumatisierung mit posttraumatischen Stresssymptomen, dissoziativen Symptomen und selbstzerstörenden Verhaltensweisen gut zu verstehen.

Der theoretische Hintergrund zeigt den Teilnehmer*innen, wie sie eine diagnostische Untersuchung durchführen können, und schließt die Diskussion zwischen echten und falsch-positiven Fällen komplexer dissoziativer Störungen ein. Die Teilnehmer*innen lernen ihre eigenen klinischen Fähigkeiten im Bereich der Auswertung diagnostischen Interviews zu verbessern und Selbsteinschätzungsfragen besser auszuwerten und interpretieren zu können.

Das erste Modul liefert auch das Rahmenkonzept einer phasenorientierten Behandlung. Die Phasen sollten nicht in festgeleger sequentieller Reihenfolge verstanden werden. Sie sind eher als eine spiralförmige Entwicklung zu verstehen, die der Erhöhung des Handlungsvermögens des*der Patient*in dienen, so dass sie traumatische Erfahrungen realisieren und integrieren können. 
Teilnehmer*innen werden mit einer Reihe von problem- und beziehungsorientierten Interventionen bekannt gemacht.

Zweites Modul
24.-25. November 2022

Das zweite Modul bringt eine Vertiefung des Rahmenkonzeptes einer phasenorientierten Behandlung. Neben der erste Phase wird auch die zweite Phase – worin es sich um die Integration traumatischer Erfahrungen/Erinnerungen handelt—dargestellt und praxisorientiert erläutert und diskutiert.

Ein Teil der Psychopathologie der Überlebenden kann als Phobien vor seelischen Inhalten, nahen Bindungen und dissoziativen Agens begriffen werden. In diesem zweiten Modul sollen die Teilnehmer*nnen lernen, wie sie Überlebenden helfen können, diese Phobien schrittweise zu überwinden.
Das grundsätzliche Ziel dieses Behandlungsteils ist es, bei den Überlebenden die integrativen Fähigkeiten und seelischen Kräfte wachsen zu lassen. Dies soll Ihnen ermöglichen, wieder ein zufriedenes, lebenswertes Leben zu führen und sie darauf vorbereiten, die Integration der traumatischen Erinnerung zu bearbeiten und zu erreichen.

Die zweite Phase ist daran orientiert, die therapeutische Beziehung zu vertiefen und schrittweise die traumatische Erinnerung zu integrieren. Teilnehmer*innen lernen eine Reihe von solchen Behandlungsmethoden kennen. Ein generelles Prinzip dabei ist, so zu arbeiten, dass man innerhalb des Rahmens des Handlungsvermögens bleibt. Wenn die Therapie in diesem Sinne geführt wurde, kann in vielen Fällen ein stationärer Aufenthalt vermieden werden, da die Überlebenden schrittweise ihre Phobien vor "mehr-als-oberflächlichen" Beziehungen und traumatischen Erinnerungen überwinden.

Drittes Modul
19.-21. Januar 2023

Dieses letzte Modul beschäftigt sich mit einer Vertiefung der zweite Phase der Behandlung und mit der dritte Phase. Die dritte Phase zielt darauf, chronisch traumatisierten Personen zu helfen, ihre Phobie vor Nähe zu überwinden, die Bereitschaft zu entwickeln, normale Risiken einzugehen, die Phobie vor Veränderungen und einem normalen Leben zu überwinden. Dies ist normalerweise auch die Phase, in der die dissoziativen Agens voraussichtlich verschmelzen können, was eine komplette Integration bedeutet. Den Teilnehmer*innen wird ein Spektrum von Interventionsmöglichkeiten gezeigt, die alle auf das Erreichen dieses Zieles ausgerichtet sind.


Kosten
8 Ausbildungstage kosten nach Eingang der Rechnung 1.680,- Euro
(pro Wochenende 420,- Euro).

Ratenzahlung in 4 Raten à 432,50 Euro jeweils vor dem Wochenende möglich (1.730,00 Euro). Bitte sprechen Sie uns an.
An allen Weiterbildungstagen erhalten Sie Vollverpflegung.

In der Seminargebühr sind enthalten:
Unbegrenzte Anzahl kalter und heißer Getränke.
Kleines 2. Frühstück einschließlich Obst und Joghurt.
Mittags: 3-Gänge Menue mit syrischen Köstlichkeiten.
Nachmittags: Kuchen.

Diese Weiterbildung wird von der Psychotherapeutenkammer Hamburg mit 64 Punkten akkreditiert.

Bildungsgutscheine
Weiterbildungsboni oder Bildungsprämien können eingereicht werden.

Veranstaltungsort
MAZZA – Tagungs- und Eventlocation
Der Orient im Herzen Hamburgs
Moorkamp 5
20357 Hamburg
www.mazza-hamburg.de
Anfahrt / Wegbeschreibung

Unterkunft
Das Yoho-the young Hotel liegt im selben Haus wie der Veranstaltungsort.
www.yoho-hamburg.de
NH Hamburg Mitte Norge
Schäferkampsallee 49, 20357 Hamburg
www.nh-hotels.de
Das Hotel liegt ca. 3 Minuten vom Veranstaltungsort entfernt.


Weitere Infos: www.enijenhuis.nl

Ansprechpersonen für organisatorische und inhaltliche Fragen
fortschritte Hamburg
Fortbildungen · Seminare · Beratung
Lerchenstr. 28a
22767 Hamburg
fon 040/87 50 44 69
e-mail info@fortschritte-hamburg.de
www.fortschritte-hamburg.de
Telefonische Sprechzeiten: Montags und mittwochs 10:00-12:00 Uhr


Hier anmelden: Ellert Nijenhuis, PhD: Grundkurs Enaktive Traumatherapie / ehemals: Diagnose und Behandlung von chronischen traumabezogenen Dissoziationen der Persönlichkeit

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